Pflanzenqualität erkennen

Pflanzenqualität erkennenPflanzenqualität erkennen                 

 

Der Bund deutscher Baumschulen - der Berufsverband der Baumschulen mit Sitz in Berlin – hat für seine Mitgliedsbetriebe Gütebestimmungen für alle Baumschulpflanzen formuliert. Diese Bestimmungen werden europaweit von anderen Berufsverbänden anerkannt und grenzübergreifend bis in alle Handelsstufen akzeptiert. Natürlich können diese Vorgaben immer nur eine Richtschnur sein, denn Pflanzen lassen sich nur schwer normen. Eine Wuchshöhen- oder Stammstärkeangabe alleine sagt nichts darüber aus, ob ein Gehölz künstlich hochgetrieben wurde und damit krankheitsanfällig ist oder während der Anzucht hungern musste und nur wenig Pflege bekam. Auch geben die üblichen Maßangaben beispielsweise keinen Hinweis auf die Wurzelqualität, die umso besser ist, je häufiger verpflanzt wurde. Gute Wurzeln haben einen hohen Anteil an Faserwurzeln. Je mehr Faserwurzeln, desto schneller wächst das Gehölz an, desto stärker ist der Neutrieb. Gütebestimmungen spiegeln deshalb immer nur eine Idealvorstellung wider, die in der Praxis Hilfestellung zur Unterscheidung von guter und schlechter Ware leisten.

 

Noch schwieriger ist die Beurteilung der inneren Qualität eines Gehölzes. Anhand äußerer Kriterien lassen sich aber Rückschlüsse auf den inneren Wert eines Gehölzes ziehen. Vernünftig kultivierte Ware zeigt festes Holz und glatte, pralle Triebe. Trockenschäden, ausgelöst durch unsachgemäße Behandlung auf den Handelswegen, signalisieren die Gehölze durch eine eingeschrumpelte Rinde. Intakte Wurzeln sind nicht glasig und nach leichtem Ankratzen mit dem Fingernagel innen weiß.

 

Spezielle Kriterien

 

Baum: Der Stamm sollte gerade und unverletzt sein. Er sollte nicht mit Kronenbeginn enden, sondern sich als durchgehende Stammverlängerung bis zur Spitze fortsetzen. Korrekt gepflegte Kronen besitzen keine Gabeltriebe, die bruchgefährdet sind. Ausnahmen stellen Kugel- und Hängekronen dar, die von Natur aus eine arttypische Krone entwickeln.

Hinweise: Der Stamm eines Baumes ist sehr transportempfindlich. Bei unsachgemäßer Handhabung kann es sehr leicht zu Stammwunden mit weit reichenden Folgen kommen. Überlassen Sie den Transport von Bäumen deshalb dem Fachmann. Einen schlechten Wurzelballen erkennen Sie am lockeren Erdreich, an der weichen, flachen Form und mitunter herausragenden Wurzelstumpen. Solche Ballen sind mit einem hohen Anwachsrisiko behaftet.

Strauch 

Strauch: Die meisten Sträucher verzweigen sich direkt über der Erde und weisen mehrere Grundtriebe auf. Büsche mit nur einem Grundtrieb stellen in der Regel keine pflanzwürdige Qualität dar.

 

Bodendecker: Qualitätsware wurde während der Anzucht mindestens einmal zurück geschnitten, damit sich die Pflanzen besser verzweigen. Sinngemäß sollten deshalb auch Bodendecker – wie Sträucher - mehrere Grundtriebe aufweisen.

 

Containerpflanzen: Containerpflanzen wachsen in einem Behältnis. Sie büßen beim Verpflanzen keine Wurzeln ein und können deswegen im belaubten und blühenden Zustand rund ums Jahr bei frostfreiem Boden gepflanzt werden. Eine gute Containerpflanze wurde in einem ausreichend großen Topf kultiviert. Achten Sie darauf, dass der Topfballen gut durchwurzelt ist und beim Herausheben aus dem Topf nicht ein Großteil der Erde abrieselt. Ist der Topfballen beim Anheben ungewöhnlich leicht, dann ist er auch ausgetrocknet und sollte nicht gekauft werden.

Obst 

Obst: Die Veredlung sollte gut verwachsen sein und lückenlose Wundränder aufweisen. Häufig bildet sich bei Zwerg- und Säulenobst eine auffallend dicke Veredlungswulst. Dies ist vollkommen normal und stellt keine Qualitätsminderung dar.

 Rosen

Rosen der Güteklasse A weisen - neben einem gut verzweigten Wurzelwerk - mindestens drei starke Triebe auf. Mindestens zwei dieser Triebe müssen der Veredlungsstelle entspringen. Der dritte Trieb darf bis zu 5 cm über der Veredlungsstelle ansetzen.

Buschrosen der Güteklasse B sind nicht schlechter als A-Rosen, zählen aber weniger Triebe. Sie haben ein gut verzweigtes Wurzelwerk, allerdings müssen sie insgesamt nur zwei starke Triebe aufweisen, die beide der Veredlungsstelle entspringen.

Die Gütebestimmungen für Stammrosen besagen, dass neben der Triebzahl auch die Anzahl der vorhandenen Veredlungsstellen zu berücksichtigen sind. Die Krone sollte sich aus kräftigen Trieben, die mindestens zwei Veredlungsstellen entspringen, zusammensetzen.

Rosen im Container: siehe Containerpflanzen.

 

Abschließender Rat

Das Fundament eines Gartens ist und bleibt der Boden. Auch die beste Qualitätsware kann die gründliche Bodenvorbereitung nicht ersetzen Die Verbesserung nur der Pflanzlöcher ist zu wenig, denn bald wollen die Wurzeln aus dem Pflanzloch herauswachsen. Erst wenn der Boden ausreichend gelockert und von Dauerunkräutern befreit ist, kann die Pflanze die in sie gesetzten Erwartungen auch erfüllen. Holen Sie sich deshalb unbedingt Rat beim Fachmann, am besten lange vor der Pflanzenauswahl. Kompetent ist die GartenBaumschule, der Sie auch später die Lieferung der Pflanzen anvertrauen.

 

© Texte: Markley, Illustrationen:Vierhaus (4) / Haan

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