Februar 2017

Winterschönheiten

WinterschönheitenFoto: PdM. Blütenwunder in der kalten Jahreszeit: Die zierlichen Blüten der Zaubernuss erscheinen schon mitten im Winter.

 

Lieblingspflanzen für die kalte Jahreszeit

Die kalte Jahreszeit bietet Gartenbesitzern weitaus mehr Möglichkeiten, sich an ihrem Garten zu erfreuen, als vielen bewusst ist. Die meisten gehen davon aus, dass im Winter in der Natur Ruhezeit herrscht und es deshalb im Garten nichts Schönes oder Ungewöhnliches zu entdecken gibt. Doch es gibt Bäume und Sträucher, die selbst im Winter spannend und außergewöhnlich sind. Jetzt fallen ganz andere Pflanzeneigenschaften auf als in der warmen Jahreszeit – eine wunderbare Gelegenheit für alle Pflanzenfreunde, die das Besondere suchen und bei der Gartengestaltung nicht nur die Blütenpracht von Gehölzen und Stauden schätzen.


Im Winter besonders effektvoll

Im Winter verschieben sich die Machtverhältnisse im Garten zu Gunsten jener Pflanzen, die während der Gartensaison nicht im Rampenlicht stehen. Vor allem bei Birken und Ahornen gibt es Arten, die wegen ihrer schönen und dekorativen Rinde geschätzt werden. Sie sind von großem gartengestalterischen Wert und als Solitärpflanzen im Winter äußerst effektvoll. Eine botanische Kostbarkeit ist der wenig bekannte Zimt-Ahorn (Acer griseum). Er macht seinem Namen alle Ehre: Die seidig-glänzende Rinde ist tatsächlich zimtbraun. Sie löst sich in großen, dünnen Streifen vom Stamm und von den Ästen. Einen Einzelstand im Garten hat auch der Rostbart-Ahorn (Acer rufinerve) verdient. Seine jungen Triebe sind olivgrün, die älteren graugrün mit auffallenden weißen Längsstreifen. Die Rinde der aus Nordamerika stammenden Papier-Birke (Betula papyrifera) ist ebenfalls dekorativ. Sie ist leuchtend weiß und löst sich in breiten papierartigen Streifen horizontal vom Stamm. Aus der Rinde wurden übrigens von den Indianern Nordamerikas unter anderem Haushaltsgegenstände und Kanus hergestellt.


Klein, auffallend – und ganz anders

Mitten in der kalten Jahreszeit erscheinen die eigenwilligen Blüten der Zaubernuss (Hamamelis). Die Blütenblätter sind nur ein bis zwei Zentimeter lang und sehen aus wie kleine Bändchen, die manchmal gekräuselt oder gewellt sind. Sie überstehen auch Minustemperaturen ohne Schaden: Bei großer Kälte rollen sich die bandförmigen Blütenblätter zusammen und öffnen sich erst wieder, wenn das Wetter freundlicher wird. Die meisten Zaubernuss-Sorten blühen gelb. Die leuchtenden Blütenbändchen bilden dann einen reizvollen Kontrast zu den dunklen, oft rötlichen Kelchblättern an der Blütenbasis. Es gibt auch Zaubernüsse mit orangefarbenen oder roten Blütenblättern. Damit der elegante Wuchs dieser edlen Sträucher gut zur Geltung kommt, pflanzt man sie am besten in Einzelstellung. Ideal ist ein Standort in der Nähe des Hauses, so dass sie auch von drinnen gut gesehen werden können.


Ein botanisches Unikum

Eine sehr bizarre Pflanze ist die aus Südamerika stammende Schmucktanne (Araucaria), die auch als Andentanne oder Chilenische Araukarie bezeichnet wird. In Chile wächst sie in den Anden in Höhenlagen von 600 bis fast 2.000 Metern. Die Schmucktanne gehört zu den Nadelbäumen, obwohl ihre Blätter eher an große Schuppen als an Nadeln erinnern. Wegen ihrer Herkunft aus den Bergregionen Chiles verträgt sie kühlere Temperaturen und kann in Mitteleuropa auch im Freien wachsen. Für diesen ungewöhnlichen und dekorativen, immergrünen Baum ist ein vor austrocknender Wintersonne geschützter Standort wichtig. Die Schmucktanne hat einen auffallend aufrechten Mitteltrieb und in deutlichen Quirlen stehende Äste. Sie sind wenig verzweigt und haben eine fast schlangenähnliche Anmutung. Mit den ledrigen, an spitz zulaufende Schuppen erinnernden Nadeln wirkt die Schmucktanne wie ein Relikt aus einer anderen Zeit – und tatsächlich gehört sie zu einer der ältesten Pflanzenfamilien der Welt, die schon vor 180 Millionen Jahren existierte. Sie ist eng mit der „Wollemi-Pine“ verwandt, einer uralten Nadelbaumart, die erst 1994 in einem schwer zugänglichen Tal in einem australischen Nationalpark entdeckt wurde und von der man glaubte, dass sie schon vor zwei Millionen Jahren ausgestorben sei.


Winterschönheiten der Extraklasse:

Auch die Stechpalme (Ilex) hat immergrüne Blätter. Mit ihr können die verschiedensten Grüntöne in den winterlichen Garten kommen, denn es gibt eine Fülle an Sorten. Die Farbe Rot spielt ebenfalls eine große Rolle: Viele Stechpalmen tragen im Winter leuchtend rote Beeren. Die oft in großer Zahl erscheinenden Früchte sind sehr dekorativ und bleiben lange an den Zweigen haften. Sie sind eine wertvolle Nahrung für hier überwinternde Vögel und machen die Zweige auch zu einem schönen Vasenschmuck. Die Stechpalme gedeiht gut im lichten Schatten auf humosem Boden. Der deutsche Name „Stechpalme“ kann auf die falsche Fährte locken, denn mit Palmen hat der Ilex keinerlei Ähnlichkeit. Der Name geht auf den Brauch zurück, Ilex-Zweige am Palmsonntag in der Kirche zu verwenden. Schon lange vor Beginn der christlichen Zeitrechnung hat der Ilex im Glauben der Menschen eine große Rolle gespielt. Das lag vor allem daran, dass er einer der wenigen in Mitteleuropa heimischen immergrünen Laubgehölze ist. Die Blätter sind nicht immer rein grün, es gibt auch Sorten mit mehrfarbigen Blättern. Sie sind bei manchen Stechpalmen zum Beispiel schön goldgelb oder weiß gerandet und bringen im Winter farbliche Abwechslung in den Garten. PdM

Tipps:

Die Zaubernuss verträgt zwar Schnittmaßnahmen, doch um die schöne, ausladende Wuchsform zu erhalten, sollte man sie nicht zurückschneiden. PdM

Nach heftigen Schneefällen kann es sinnvoll sein, Äste von Immergrünen durch vorsichtiges Schütteln von der Schneelast zu befreien. Auf diese Weise lassen sich Astbrüche vermeiden. PdM

Im Februar gibt es wenig im Garten zu tun. Dies bietet beste Voraussetzungen, um sich noch rechtzeitig und in aller Ruhe Gedanken über die Gartenplanung zu machen. Bei umfangreichen Planungen wie der Neu- oder Umgestaltung des Gartens können Fachleute aus dem Garten- und Landschaftsbau weiterhelfen. Achtung: Sobald die Pflanzzeit beginnt, haben die Spezialisten aus dem grünen Bereich viel zu tun. Deshalb ist es empfehlenswert, sich möglichst früh mit ihnen in Verbindung zu setzen. (BGL/PdM)

 

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